Lesestoff (Texte für die Homepage) Broschüre des Panoramas (historisch) Franz Caramelle, Das Innsbrucker Riesenrundgemälde. Der Tiroler Freiheitskampf von 1809 auf 1000 m2 Leinwand (Auszüge aus der Broschüre Tirol - immer einen Urlaub wert), Innsbruck o. J. (auch engl. Version - einlesen / scannen !) Johanna Felmayer, Die profanen Kunstdenkmäler der Stadt Innsbruck außerhalb der Altstadt. Österreichische Kunsttopographie, hrsg. vom Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes, Bd. XLV, Wien 1981, S. 220 bzw. S. 250-252. Arno Gisinger, Sehmaschine Panorama, in: Faux Terrain. Fotografien aus dem Innsbrucker Panorama, Ausstellungskatalog, Innsbruck 1997, S. 17-20. Kaser, Peter: Das Riesenrundgemälde, in: Unser Saggen, April 1979, S. 11-14. Alfred Polgar, Panorama, in: Die Weltbühne 14 (1918), S. 420f. Peter Rosegger, Alpensommer, in: Gesammelte Werke, Bd. 5, Leipzig 1913, S. 118-119. Weitere allgemeine Holzner ? Literatur Panorama Bordini, Silvia: Storia del Panorama. La visione totale nella pittura del XIX secolo, Rom 1984. Buddemeier, Heinz: Panorama, Diorama, Photographie. Entstehung und Wirkung neuer Medien im 19. Jahrhundert, München 1970. Comment, Bernard: Le XIXe siècle des panoramas, Paris 1993. Giovanni Segantinis Panorama und andere Engadiner Panoramen, Ausstellungskatalog des Segantini-Museums St. Moritz und des Landesmuseums Ferdinandeum Innsbruck, Innsbruck 1991. Hyde, Ralph: Panoramania! The art and entertainment of the "all-embracing" view. Introduction by Scott B. Wilcox, London 1988. Lundwall, Sune: Über die Panoramenkunst von Robert Barker bis Johann Michael Sattler, in: Jahresschrift des Salzburger Museum Carolino Augusteum, 1964, S. 49-92. Oettermann, Stephan: Das Panorama. Die Geschichte eines Massenmediums, Frankfurt a. M. 1980. Sehsucht. Das Panorama als Massenunterhaltung des 19. Jahrhunderts, Ausstellungskatalog der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn (28.5.-10.10.1993) Riesenrundgemälde Innsbruck Caramelle, Franz: Das Innsbrucker Riesenrundgemälde. Der Tiroler Freiheitskampf von 1809 auf 1000 m2 Leinwand (Auszüge aus der Broschüre Tirol - immer einen Urlaub wert), Innsbruck o. J. Felmayer, Johanna: Die profanen Kunstdenkmäler der Stadt Innsbruck außerhalb der Altstadt. Österreichische Kunsttopographie, hrsg. vom Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes, Bd. XLV, Wien 1981, S. 220 bzw. S. 250-252. Kaser, Peter: Das Riesenrundgemälde, in: Unser Saggen, April 1979, S. 11-14. Pfeiffer, Kerstin: Franz Burger. Leben und Werk. Exkurs über das Innsbrucker Rundgemälde "Die Schlacht am Berg Isel, 13. August 1809", Phil. Diss., Innsbruck 1987 Peter Rosegger aus: Alpensommer "Vom Berge Isel stieg ich hinab in das Panorama (das in der zurzeit tagenden Sportausstellung stand), um die Aussicht - vom Berge Isel zu schauen. Es ist die größte Kühnheit der Kunst, an Ort und Stelle mit der Natur konkurrieren zu wollen. Dem Manne, der das Panorama 'Die Schlacht auf dem Berge Isel' gemalt hat, ist's gelungen. Das Schlachtenbild als solches mit dem Gemetzel, den Feuersbrünsten, den zahlreichen Gruppen aus diesem einzigartigen Volkskampfe, macht auf den Beschauer einen starken Eindruck, aber in den Menschengestalten ist die Vollkommenheit der Panoramenmalerei noch nicht erreicht. Die Figuren geben sich im Verhältnisse zu riesenhaft, das ist mir noch in jedem Panorama aufgefallen. Prachtvoll aber ist in diesem Panorama von Innsbruck das Landschaftsbild - das unvergleichliche Landschaftsbild, wie so großartig, malerisch und freundlich zugleich es kaum eine andere Stadt unserer Himmelsstriche aufzuweisen hat. Als ob mir jemand das Herz kitzelte, so mußte ich lachen und immer wieder auflachen vor Entzücken, als ich den Rundblick tat auf Innsbruck, sein Tal und seine Bergriesen. Nach Westen gegen Landeck hin Gewitterschwüle, weit unten das Kaisergebirge in Alpenglühen. Von einem dieser Punkte bis zu anderen zwanzig Meilen! Als ich ins Freie trat, stand dasselbe Landschaftsbild in Natur um mich da und die Natur hat den Eindruck der Kunst nicht erreicht. Ein ungeheurer Erfolg! Da sah ich erst, was an den Lichteffekten gelegen ist. - Dann dachte ich: Wie, wenn wir auch in Steiermark so etwas hätten? Die Türken vor Graz, vom Schloßberge aus gesehen, das gäbe einen großen historischen Stoff und ein stolzes Landschaftsbild. Die weltgeschichtliche Tat der Ostmärker, Deutschland, das westliche Europa vor den Türken beschützt zu haben, sie wäre wohl einer Erinnerung wert." Panorama von Alfred Polgar "Im Prater, in der k. und k. Hauptallee, ist ein Panorama zu sehen. Seit langer Zeit wieder: ein Panorama. Das letzte, dessen ich mich entsinne, war im 'Wurstelprater' und zeigt die Schlacht bei Saint Privat. Diesmal ist's wieder eine Schlacht (weil doch der Mensch in diesen ruhigen Zeiten hie und da auch etwas Kriegerisches zur Anregung der Phantasie braucht). Und zwar die Schlacht am Berg Isel. Wenn man von den Kampfberichten, die jeder Tag bringt, sich erholen will, geht man ins Panorama, zur Schlacht am Berg Isel. Dort ist's still und kühl. Die Gewehre und Kanonen schießen, aber sie knallen nicht. Die Getroffenen fahren mit der Hand ans Herz, aber es tut ihnen - dieses tröstliche Bewußtsein haben wir - nicht weh. Feindliche Soldatenhaufen stürmen wild den Berg hinauf, aber sie kommen nicht vom Fleck. Die Schlacht ist in vollem Gang, aber 50 Meter daneben fährt die Rutschbahn, und das Potpourri aus der 'Rose vom Stambul' - das Kriegsausstellungsorchester spielt es herzbewegend - dringt herein in die Rauch und Flammen speiende Tiroler Landschaft. An den Wänden der Holzstiege, die zur 'Schlacht am Berg Isel' führt, steht: "Im Interesse des Publikums dürfen Erklärungen über Ursprung und geschichtliche Bedeutung des Bildes nur vom Panoramen-Diener gegeben werde.". Das läßt tief blicken. Der Panorama-Diener als einzige offiziell anerkannte Quelle historischer Belehrung. Oder: sicherster Schutz des Publikums vor materialistischer Geschichtsauffassung. Panoramen haben ihren Reiz. Er liegt in der Mischung von Starrheit und vorgetäuschter Bewegung, von illusionärer Weite und tatsächlicher Enge. Besonders aber der lautlose Lärm solch eines Schlachtenpanoramas hat etwas ganz Märchenhaftes. Die Menschen, die auf dem Zuschauerpodium im Kreis herumgehen, reden mit gedämpfter Stimme; so als fürchteten sie, das durch Zauberspruch erstarrte Leben ringsum zu wecken. Es riecht nach Staub und Farbe. Ein paar Äste und Planken und 'wirkliche' Gegenstände füllen, Perspektive weitend, den Bodenraum zwischen Zuschauerstandort und bemalter Fläche. Es ist ein sachter Übergang von drei zu zwei Dimensionen. Die eine geht unmerklich verloren. (Natürlich nicht im mathematischen Sinn.) Schlechte Romane haben eine ähnliche Technik, durch plastisch geschilderte Kleinigkeiten Lebenswahrheit vorzutäuschen. Panoramen, zumal Schlachtenpanoramen, sind sehr unheimlich. Je besser ihre Täuschungsabsicht geglückt ist, desto unheimlicher. So was Ersticktes, vom Schlag-Gerührtes, Lebendig-Totes haben sie. Aber Panoramen sind auch komisch. Sie sind wie ein bewegliches Riesenspielzeug, dessen Mechanismus stecken geblieben. Sie sind was ähnlich Spaßiges wie der eingefrorene Ton in Münchhausens Trompete. Andreas Hofer steht auf dem Feldherrnhügel, von seinem Stab umgeben. Die Trommlerknaben neben ihm bearbeiten das Kalbfell. Allerorten wehen zerschossene Fahnen. Aus den Gewehrläufen zieht eine Strähne Rauch. Die Kanonen stecken eine rote Feuerzunge heraus. Die nahen Berge sind tief smaragdgrün, die fernen blaugrau. Ueberall liegen Tote. Bei den Franzosen viel, viel mehr als bei den Tirolern. Warum? Nur der Panorama-Diener kann das erklären."